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# „Pity the world“
- URL: https://hagen.ghost.io/pity/
- Published: 2026-10-27T10:45:51.000Z
- Updated: 2026-10-27T10:45:51.000Z
- Author: Hagen Felix Piotraschke
- Tags: Kunst

*„From fairest creatures we desire increase,* 
*That thereby beauty's rose might never die,* 
*But as the riper should by time decease,* 
*His tender heir might bear his memory;*

*But thou, contracted to thine own bright eyes,* 
*Feed'st thy light's flame with self-substantial fuel,* 
*Making a famine where abundance lies,* 
*Thyself thy foe, to thy sweet self too cruel.*

*Thou that art now the world's fresh ornament* 
*And only herald to the gaudy spring,* 
*Within thine own bud buriest thy content,* 
*And, tender churl, mak'st waste in niggarding.*

*Pity the world, or else this glutton be,* 
*To eat the world's due, by the grave and thee.“*

William Shakespeare: Sonnet 1

[Shake-speares Sonnets, Never before Imprinted/Sonnet 1 - Wikisource, the free online library![](https://storage.ghost.io/c/66/0c/660c9b80-e8f0-40f5-b8af-97df820adf6f/content/images/icon/wikisource-f3ab021b-8393-4741-9d6e-572121b07c12.ico)Wikisource, the free online library![](https://storage.ghost.io/c/66/0c/660c9b80-e8f0-40f5-b8af-97df820adf6f/content/images/thumbnail/500px-Shake-speares_Sonnets_-281609-29_-_page_5_fleuron-ced13c5c-9586-494b-949b-0675d03b06f6.png)](https://en.wikisource.org/wiki/Shake-speares%5FSonnets,%5FNever%5Fbefore%5FImprinted/Sonnet%5F1?ref=hagen.ghost.io)

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*„Vom schönsten Wesen wünschen Zuwachs wir,* 
*Damit der Schönheit Rose bleibe ewig jung,* 
*Und wenn der Reifre einstens schied von hier,* 
*Sein Erb’ ihm wahre die Erinnerung.*

*Doch du, beschränkt auf deinen Flammenblick,* 
*Nährst durch den eignen Brand der Flamme Gluth,* 
*Und bringest Noth in üpp’ger Fülle Glück,* 
*Du selbst dein eigner Feind in seltner Wuth.*

*Du, der jetzt frischen Schmuck der Welt verleiht,* 
*Der einz’ge Herold von des Frühlings Reiz,* 
*Begräbst in eigner Knospe Selbstzufriedenheit,* 
*Und – zarter Jüngling! – du verschwendst durch Geiz.*

*Der Welt erbarm’ dich, sonst schlingst du hinab,* 
*Was ihr gebührt, durch dich und durch dein Grab.“*

Übersetzung von Ludwig Reinhold Walesrode unter dem Pseudonym Emil Wagner (William Shakspeare's sämmtliche Gedichte. J. H. Bon, Königsberg, 1840)

[William Shakspeare's sämmtliche Gedichte – Wikisource![](https://storage.ghost.io/c/66/0c/660c9b80-e8f0-40f5-b8af-97df820adf6f/content/images/icon/wikisource-60c046aa-44d8-495d-840e-efcf436f9ef7.ico)Wikimedia Foundation, Inc.Autoren der Wikimedia-Projekte![](https://storage.ghost.io/c/66/0c/660c9b80-e8f0-40f5-b8af-97df820adf6f/content/images/thumbnail/960px-De_William_Shakspeare-27s_s-C3-A4mmtliche_Gedichte_p_004-00637aa0-9124-44bb-8d37-95f9e5cded2a.jpg)](https://de.wikisource.org/wiki/William%5FShakspeare's%5Fs%C3%A4mmtliche%5FGedichte?ref=hagen.ghost.io)

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*„Von schönsten wesen wünscht man einen spross* 
*Dass dadurch nie der schönheit rose sterbe:* 
*Und wenn die reifere mit der zeit verschoss* 
*Ihr angedenken trag ein zarter erbe.*

*Doch der sein eignes helles auge freit* 
*Du nährst dein licht mit eignen wesens loh ·* 
*Machst aus dem überfluss die teure-zeit ·* 
*Dir feind und für dein süsses selbst zu roh.*

*Du für die welt jezt eine frische zier* 
*Und erst der herold vor des frühlings reiz:* 
*In eigner knospe gräbst ein grab du dir* 
*Und · zarter neider · schleuderst weg im geiz.*

*Gönn dich der welt! Nicht wie ein schlemmer tu:* 
*Esst nicht der welt behör · das grab und du!“*

Übersetzung von Stefan George. (in: Shakespeare. Gesamt-Ausgabe der Werke. Band 12, Berlin 1931)

[George, Stefan, Gesamtausgabe der Werke, Shakespeare. Sonnette, ILiteratur im Volltext: George, Stefan: Shakespeare. Gesamt-Ausgabe der Werke, Band 12, Berlin 1931, S. 7-8.: I![](https://storage.ghost.io/c/66/0c/660c9b80-e8f0-40f5-b8af-97df820adf6f/content/images/icon/favicon-aabbc1c4-f422-4c21-929f-99412d088775.ico)Zeno.org![](https://storage.ghost.io/c/66/0c/660c9b80-e8f0-40f5-b8af-97df820adf6f/content/images/thumbnail/zenoLogoSquare-9c1364b7-e5b1-4e60-bcd7-1cf4efd30f46.png)](http://www.zeno.org/Literatur/M/George,+Stefan/Gesamtausgabe+der+Werke/Shakespeare.+Sonnette/I?ref=hagen.ghost.io)

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*„Ein schönes Wesen wünscht man fortgesetzt,* 
*daß nie der Schönheit Rose ganz vergehe,* 
*und welkt sie durch die Zeit, daß unverletzt* 
*im schönen Sproß das Schöne auferstehe.*

*Du aber, nur dem eignen Strahl verbunden,* 
*du, nur genährt, verzehrt von deinem Glanze,* 
*du hast, dich neidend, deinen Feind gefunden,* 
*der dir im Vollbesitz mißgönnt das Ganze.*

*Du, der die Welt beglückt mit jedem Reiz,* 
*des Frühlings Herold, der mit vollen Händen* 
*versagt im Spenden, du gewährst dem Geiz,* 
*dich endlich in dir selber zu verschwenden.*

*Gewähre dich der Welt, der zugehört* 
*die Schönheit, die das Grab der Zeit verzehrt.“*

Nachdichtung von Karl Kraus (1932-1933)

[EPUBs auf einem Lesegerät speichern - Projekt GutenbergE-Books![](https://storage.ghost.io/c/66/0c/660c9b80-e8f0-40f5-b8af-97df820adf6f/content/images/icon/cropped-Projekt-Gutenberg-Favicon-270x270-edaac8b2-2edb-417d-8e34-e29b62d3f61f.webp)Projekt GutenbergWilliam Shakespeare![](https://storage.ghost.io/c/66/0c/660c9b80-e8f0-40f5-b8af-97df820adf6f/content/images/thumbnail/Epub_logo_color-a1a1577e-3940-4ecc-84f4-c166c6f3a488.png)](https://projekt-gutenberg.org/authors/william-shakespeare/books/shakespeares-sonette/chapter/2/?ref=hagen.ghost.io)

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*„Wir möchten, dass das Schönste sich vermehrt,* 
*die Rose Schönheit darf uns nie vergehen.* 
*Wenn eine Blüte welkt, soll unversehrt* 
*die Schönheit noch im neuen Trieb bestehen.*

*Du aber bist so in dich selbst verliebt,* 
*dass nur vom eignen Wachs die Flamme scheint* 
*und sich verzehrt, wo's Überfluss doch gibt.* 
*So grausam machst du dich zum eignen Feind.*

*Du bist gedacht als Zier der Welt, du lebst* 
*als Bote, kündest von des Frühlings Reiz!* 
*Wenn du in deiner Knospe dich begräbst,* 
*verschwendest, süßer Kerl, du dich im Geiz.*

*Gib Nahrung dieser Welt, der du gehörst,* 
*statt dass du sündig dich nur selbst verzehrst.“*

Übersetzung von Markus Marti (Universität Basel, 2005)

[Shakespeare Sonette / Shakespeare's sonnets/ Shakespeares Sonette 1- 75, übersetzt von Markus Marti![](https://storage.ghost.io/c/66/0c/660c9b80-e8f0-40f5-b8af-97df820adf6f/content/images/icon/favicon-8e2a7a1d-a766-4944-9934-19e61da6ca3a.ico)75, übersetzt von Markus Marti](https://shine.unibas.ch/Sonette1.htm?ref=hagen.ghost.io#1)

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