Blog und Autor
Optimal System (Mathematics):
„A system where the variables representing the various states are so determined that a given criterion function is minimized subject to given constraints.“
(Dictionary of Scientific & Technical Terms, McGraw-Hill 2003)
Den guten Vorsatz gänzlicher Zurückhaltung in der aktiven (also auch öfter selbst darin schreibenden) Nutzung jeglicher sozialen Netzwerke schließlich doch nur bis 2024 durchgehalten.
Seitdem zuerst auf LinkedIn — und nun eben auch hier sowie auf Mastodon — in meinem ganz persönlichen „Neuland“. 😄
„Just Diversity of Life“ ist somit ganz einfach die Blogsite von Hagen Felix Piotraschke, thematisch von Agrarökologie über Mikrocontroller- und GNSS-Technik bis zum tertiären Analphabetismus, gelegentlich aufgelockert mit etwas Literatur und Bildender Kunst.
„Immerzu höre ich von ihr reden
als wär sie an allem schuld.
Seht nur, wie sanft und bescheiden
sie unter uns Platz nimmt!
Warum besudeln wir denn
ihren guten Namen
und leihen ihn
dem Präsidenten der USA,
den Bullen, dem Krieg
und dem Kapitalismus?
Wie vergänglich sie ist,
und das was wir nach ihr nennen
wie dauerhaft!
Sie, die Nachgiebige,
führen wir auf der Zunge
und meinen die Ausbeuter.
Sie, die wir ausgedrückt haben,
soll nun auch noch ausdrücken
unsere Wut?
Hat sie uns nicht erleichtert?
Von weicher Beschaffenheit
und eigentümlich gewaltlos
ist sie von allen Werken des Menschen
vermutlich das friedlichste.
Was hat sie uns nur getan?“
Hans Magnus Enzensberger: „Die Scheiße“ (1964)
Zum biografischen bzw. beruflichen Hintergrund des Autors:
Noch im letzten Jahr der DDR zum Studium an der Karl-Marx-Universität Leipzig zugelassen, und das sogar mit einer Erörterung dieses herrlichen Gedichts von Enzensberger bei meiner schriftlichen Eignungsprüfung vor Ort im 'Uniriesen' (heute: City-Hochhaus).
Während des obligatorischen Vorpraktikums (beim Rat des Bezirkes Dresden¹) jedoch am dortigen Telefon wohl etwas zu unvorsichtig der „staatsfeindlichen Hetze“ gefrönt: Zulassung zum Studium gleich wieder futsch, ganz ohne großes Federlesen.
¹: Zufällig war das in jener Ratsabteilung, die Bürgern mit einem bewilligten Ausreiseantrag vor deren Verlassen des Staatsgebietes noch ihre wertvollen Kunst- und Kulturgüter abpresste, womit ausgerechnet die — sich doch stets so sehr als antifaschistisch aufspielende — DDR eine schändliche Gewohnheit des NSDAP-Staats der 1930er fortführte, wie ich erst Jahre später begriff.
Dann bis zum endgültigen Fall des SED-Regimes als Landschaftsgärtner im Dresdner Großen Garten gearbeitet: verglichen mit den tristen Fluren im Rat des Bezirkes der reinste Segen, den lieben langen Tag im Grünen und noch dazu meist in gepflegt staatsfeindlicher Gesellschaft. 😁
Die zur sogenannten Wende 1989 — insbesondere ja auch in Dresden — hinführenden Unruhen konnte ich relativ hautnah miterleben, und das zum Glück auch ohne jegliche Inhaftierung.
Meine verzweifelte Entscheidung in letzter Minute bei der Musterung im DDR-Wehrkreiskommando, mich doch noch für die sogenannten Bausoldaten registrieren zu lassen (Wehrdienst ohne Waffe, zur Totalverweigerung fehlte mir doch der Mut), rächte sich schließlich erst lange nach der Wende: Einberufung zum Zivildienst.
Dieser, mich — infolge meiner damals recht munteren Wohnortwechsel zwischen Dresden, Jena und Halle/S. — letztlich ins Hallenser Obdachlosenheim als 'Mädchen für alles' führend, dem seinerzeit in Deutschland vielleicht noch einzigen größeren seiner Art ohne ein generelles striktes Alkoholverbot, erwies sich jedoch als eine äußerst anschauliche und lehrreiche Lektion über diese speziellen Schattenseiten der Gesellschaft.
Diese besondere Erfahrung, verbunden mit der noch viel einschneiderenden des kompletten Zusammenbruchs der eigenen Gesellschaftsordnung in den Jahren 1989/1990, prägt mich bis heute, damit auch als bleibende Immunisierung gegen die Illusion wirkend, Dinge wie Geld oder eine Funktion im Staatsapparat könnten jemals für etwas wie verlässliche Sicherheit im Leben sorgen.
Mitte der 1990er dann erneut die große Frage: welches Fach- und Wissensgebiet? Und daraus ja möglicherweise folgend: welcher Beruf? 😦
Diese Frage beantwortete ich jedoch nicht selbst.
Stattdessen übernahm das wie selbstverständlich ein gewisser Edward O. Wilson, und zwar mit einem Buch über das Entstehen und Vergehen von Arten:

Angesichts dessen, dass es — zumindest auf der globalen Landmasse — vorrangig die Landwirtschaft ist, mit der nun Homo sapiens die Artenvielfalt in einem Ausmaß verringert, als würden fortlaufend gewaltige Meteoriten in die Erdoberfläche einschlagen, zog mich also nun dieses Fachgebiet an.
Konkret in Form des Studiengangs Agrarökologie mit dem Abschluss als Diplom-Agraringenieur, doch als danach mein Vorhaben, anschließend primär wissenschaftlich tätig zu werden, durch die Substanzlosigkeit entsprechender Zusagen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg seine Tragfähigkeit gleich zu Beginn verlor, wurde ich ebenso unerwartet wie dann auch für etliche Jahre zum Softwareentwickler. 🙁
Was schon angesichts meiner Diplomarbeit und noch mehr im Hinblick auf das gewählte Promotionsthema heute beinahe zwangsläufig erscheint, bedurfte damals jedoch noch einiger glücklicher Zufälle.
Seinerzeit begann HELM-Software, ein in der Kurpfalz beheimateter Anbieter klassischer PC-Software für Agrarbetriebe und damit insbesondere im deutschen Süden und Westen bereits auf zahlreichen Bauernhöfen zuverlässig etabliert, gerade eben damit, die gleiche Funktionalität parallel auch noch als Webanwendung anzubieten.
Es waren die Jahre, als diese Bestrebung zugleich in unzähligen Bereichen der Wirtschaft bzw. öffentlicher Dienstleistungen bereits zu ersten brauchbaren Ergebnissen führte, und HELM-Software wurde mit einem einzigartigen Gespür für diese historische Gelegenheit dann für einige Zeit der einzige Anbieter einer auch schon praxistauglichen Ackerschlagkartei für den Webbrowser in Deutschland.
Und ich hatte das Glück, den technischen Teil dieser Entwicklungsarbeit ein paar Jahre lang praktisch allein realisieren zu können. 😏
Doch das fortwährende Pendeln — an jedem Wochenende zurück nach Leipzig — blieb nicht nur anstrengend, sondern auch ein Bremsklotz für die geplante Familiengründung.
Als sich zeitgleich mit einer offenen Stelle im Sozialpädiatrischen Zentrum am Elblandklinikum Riesa auch für mich ein nahegelegener Arbeitgeber fand, ging es wieder zurück ans Ufer der Elbe. 🤗
Da ich bei HELM-Software bereits erste Schritte von einer rein tabellarischen Ackerschlagkartei zu einem sogenannten Web-GIS tätigen konnte, lag die nächste Herausforderung auch schon auf der Hand: Teilflächenspezifik.
Ob man es nun „Precision Farming“ nennt oder wie auch immer, spielt letztlich gar keine Rolle, denn worauf es wirklich ankommt, ist die Wiederverkleinerung der ackerbaulichen Bewirtschaftungseinheiten.
Hier zunächst noch in einheitlichen Fruchtfolgen auf leider immer größeren Schlägen, die mit immer schwereren Maschinen auf immer größeren Arbeitsbreiten bearbeitet werden, dies jedoch schon teilflächenspezifisch angepasst (Saatstärken, Dünge- und Pflanzenschutzmittelmengen, Schutzabstände usw.) — ein richtiger Schritt innerhalb der falschen Entwicklung, aber zur damaligen Zeit auch der einzig sinnvolle, während heute bereits so große Fortschritte in der Feldrobotik erreicht sind, dass nun daran gegangen werden muss, auch die Schläge selbst wieder drastisch zu verkleinern.
So widmete ich mich also für ein paar weitere Jahre der Entwicklung einer Webanwendung für den teilflächenspezifisch angepassten Ackerbau.

Der für mich jedoch stets über allem stehende Wunsch, eine eigene kleine Familie gründen zu wollen, lenkte 2011 schließlich die Lebensentscheidungen dahin, formal als Einzelunternehmer gewerblich tätig, rein praktisch allerdings vorrangig verfügbar für die Kinder zu sein. Zeitlich und räumlich.
Dass zudem genau in diesem Zeitraum, während ich gerade in meine Freiberuflichkeit als Entwicklungsingenieur und Handwerker ging, einige globale Zufälle (RTKLIB, NVS-GNSS, u-blox usw.) dafür sorgten, dass mein — bis dato wohl eher etwas exotisches — Spezialgebiet der hochpräzisen Geolokalisierung mittels Low-Cost-Hardware plötzlich zu einem Boom wurde, hatte mich damals überrascht.
Aus dem ursprünglichen Vorhaben, diese Zufälligkeit lediglich für ein zweites Standbein zu nutzen, erwies sich die kunden- bzw. anwendungsspezifische Einzelanfertigung von GNSS-Empfangsanlagen dann als jahrelang dominierend. Im direkten Vergleich zur Softwareentwicklung am Bildschirm ein Segen, denn dass Handwerk einen goldenen Boden hat, sollte gewiss nicht allein betriebswirtschaftlich verstanden werden.
So verliefen die Jahre bis zur COVID-19-Pandemie beinahe wie im Fluge, was wohl für Eltern von Kindern bis zu deren Oberschulzeit auch der Normalfall sein dürfte. 😺
Rein technisch verschob sich der Schwerpunkt vom relativ speziellen GNSS hin zu etwas breiteren Anwendungsfeldern mit sogenannten Mikrocontrollern:

Last, but not least: das Langstreckenschwimmen 😎
Was vor über einem Vierteljahrhundert zunächst nur mit der üblichen Absicht begann, der immer mehr ausufernden Bildschirmarbeit ein gesundheitliches Gegengewicht vorzuhalten, entwickelte doch ein ungeahntes Eigenleben.
Das seit einigen Jahren erreichte Trainingsniveau im Alltag ist mit einem monatlichen Pensum von ca. 100 km nun an eine gewisse Grenze des Praktikablen gelangt. Diese erheblich zu überschreiten, würde das Leben drastisch umkrempeln, wovor ich bislang noch zurückschrecke.
Ebenso könnte jedoch auch wieder ein Rückgang passieren, wenn die Lebensumstände keine andere Wahl lassen, wie es ja beispielsweise auch schon einmal in den Jahren nach dem Juni 2013 geschah, als das damalige Hochwasser der Vereinigten Mulde in Grimma einen materiellen Totalverlust bei Hausstand und Betriebseinrichtung in der Erdgeschossetage direkt am Muldenufer verursachte. ☹️

¹:

Mastodon:

LinkedIn:

Zur Klarstellung abschließend noch ein — heutzutage wohl leider schon unverzichtbarer — Hinweis: Hier wurde und wird selbstverständlich ohne jeglichen Einsatz von sogenannter generativer K'I' geschrieben. 😎
