„was Echtes“
„immer schreiben sie über die Stiere und Toreros,
die sie noch nie gesehen haben,
und als ich nach dem Wein greife, die Spinnweben
zerreiße,
zerreißt das Brummen, das vrdmte Bomberbrummen
allen Trost,
und ich muss meinem Priester einen Brief über eine
Hure aus der 3rd St. schreiben,
die mich andauernd um drei Uhr morgens anruft;
die alte Treppe hoch, den Arsch voll Splittern,
den Kopf voll Taschenbuchpoeten und dem Priester,
gebeugt über die Schreib- wie über eine
Waschmaschine
und schau nur, schau, die Stiere sterben immer noch
man züchtet sie, vernichtet sie,
wie Weizen auf den Feldern,
und die Sonne schwarz wie Tinte, schwarze Tinte,
und meine Frau sagt, Brock, verfucht noch mal,
die ganze Nacht die Schreibmaschine,
wie soll ich da schlafen? und ich krieche ins Bett und
küsse ihr Haar tut mir leid tut mir leid
manchmal rege ich mich auf, warum auch immer,
ein Freund hat mir erzählt, er will was über
Manolete schreiben …
wer ist das? niemand, Süße, bloß ein Toter
wie Chopin, der alte Briefträger oder ein Köter,
jetzt schlaf, schlaf
und ich küsse sie und streichle ihren Kopf
eine gute Frau,
nicht lang, dann schläft sie, und ich warte
auf den Morgen.“
Charles Bukowski: „was Echtes, eine gute Frau“
(Aus dem amerikanischen Englisch von Jan Schönherr, Kiepenheuer & Witsch, Köln 2019)