Datenannotation
Dass diese neue Pandemie, die sich uns allen nun unter dem irreführenden Kürzel „KI“ aufdrängt, nicht nur eine dunkle Seite hat, sondern vielmehr ausschließlich von solchen geformt wird, ist schon lange kein Geheimnis mehr.
Die aus der maßlosen Energieverschwendung resultierende Umweltzerstörung dürfte inzwischen allgemein bekannt sein, ebenso der massenhafte Diebstahl menschlicher Schöpferkraft, ob nun auch formaljuristisch noch inner- oder schon außerhalb des Urheberrechts.
Als wäre allein deren Zerstörungskraft auf das Fundament der menschlichen Zivilisation nicht schon Gefahr genug:

Oftmals kaum bewusst ist jedoch der Aspekt, dessen Unmenschlichkeit viele von uns vielleicht sogar unwillig werden lässt, weitere Details darüber auch nur lesen oder hören zu wollen: die sogenannte Datenannotation.
In der heutigen Realität von K'I' als Billionengeschäft einiger US-amerikanischer Widerlinge zeigt sich dies als eine so gesundheitsschädliche Ausbeutung zumeist völlig schutzloser Arbeitskräfte, dass die Zustände in den englischen Textilfabriken der frühen Industrialisierung vergleichsweise harmlos erscheinen.
Wer sich nicht scheut, mehr über das elende Schicksal jener Clickworker zu erfahren, findet in „Feeding the Machine“ von James Muldoon, Mark Graham und Callum Cant eine bereits sehr detailreiche Quelle.
Ich selbst kannte diese Seite von KI bzw. ML bisher auch eher nur als rein technisches Thema, wie es beispielsweise für Anwendungen im Umweltsektor so harmlos vom Umweltbundesamt beschrieben wird.
Das war vor etwas mehr als 17 Jahren, als ich sogar selbst noch die stumpfsinnige Arbeit der massenhaften Bildklassifikation ausübte (siehe Screenshot).
Allerdings, mit ein paar wirklich gewichtigen Unterschieden.
Es waren insgesamt nur wenige Tage, an denen ich jeweils stundenlang jene öde Klickerei durchführen musste, und ich konnte diese Tätigkeit auch jederzeit unterbrechen und mir einen Kaffee holen, mich aufs Klo verkrümeln oder sogar einen kleinen Spaziergang über die Felder gleich neben dem Büro unternehmen.
Und noch viel wichtiger: Es war eine von mir selbst geschriebene Software, mit der ich die Bildrohdaten zum Training des neuronalen Netzes markierte, in einem von mir betreuten Verbundprojekt:
Dagegen ist jedoch bereits die bloße Vorstellung, eine solche Arbeit jahrelang ganztägig ausüben zu müssen, stets unter Zeitdruck und direkter Überwachung, nur noch ein einziger Horror.
Den ich gleichwohl allen K'I'-Claqueuren, -Trittbrettfahrern und -Dünnbrettbohrern hier aus vollstem Herzen gönne.






